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Interessen der Wirtschaft vertreten

Bert Wirtz, Präsident der IHK Aachen

Unsere Mitglieder erwarten, dass die Kammer die Interessen der Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung mit Nachdruck vertritt. Gerade in der aktuellen Situation muss die Wirtschaft ihre Stimme erheben: Gesetze sind schnell geändert und die Wirtschaft mit hohen zusätzlichen Kosten belastet. Bereits einen Tag nach der Haushaltsklausur der Bundesregierung hatte ich die Gelegenheit, gemeinsam mit Vertretern unseres Präsidiums und der Geschäftsführung der Kammer in Berlin mit allen Bundestagsabgeordneten der Region unsere Einschätzung zu den Sparplänen zu diskutieren. Ich konnte deutlich machen, dass zur Haushaltskonsolidierung gespart werden muss, denn der Staat hat in erster Linie ein Ausgabeproblem und kein Einnahmeproblem. Auch auf die Tatsache, dass durch Veränderungen bei der Ökosteuer Arbeitsplätze in stromintensiven Industrien unserer Wirtschaftsregion gefährdet werden könnten, konnte ich hinweisen.

Die Interessenvertretung der Wirtschaft erfolgt durch die Kammerorganisation in allen wirtschaftsrelevanten Bereichen auf allen Ebenen der Politik. Ein gutes Beispiel sind unsere Stellungnahmen zu den Gewerbesteuerhebesätzen. Mehr als 20 Haushaltsentwürfe von Kreisen, Städten und Gemeinden analysiert die Kammer jährlich. Die Höhe der Gewerbesteuerhebesätze betrachten wir mit größter Achtsamkeit. Häufig müssen wir mit diesem Thema an die Öffentlichkeit gehen und über Gespräche mit der Verwaltung und den Fraktionen in den Räten intervenieren. Durch unsere Arbeit konnten viele örtliche Steuererhöhungen abgewendet oder abgemildert werden – der Wirtschaft blieben hohe Ausgaben erspart.

Ein anderes Beispiel ist unser Kampf gegen die überbordende Bürokratie, die von allen Unternehmern als außerordentliche Belastung empfunden wird. Gemeinsam mit den großen Wirtschaftsverbänden hat die Kammerorganisation jüngst eine Liste mit zwölf Vorschlägen zum Abbau bürokratischer Hemmnisse an die Bundesregierung übergeben, deren Beseitigung zu einer spürbaren Entlastung führen würde.

Im Netzwerk der Kammerorganisation versuchen wir Entwicklungen in Brüssel, Berlin und Düsseldorf umweltfreundlich zu gestalten. Parteiübergreifend hält die IHK dazu mit allen Abgeordneten der Region einen engen Kontakt. So werden Informationen bereitgestellt, Bündnisse geschmiedet und Aktionen geformt. Unser Ziel ist klar: wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen zur Weiterentwicklung und Stärkung unseres Wirtschaftsstandortes, im Interesse der 68.000 zugehörigen Unternehmen zwischen Erkelenz und Euskirchen. Aus vielen Gesprächen weiß ich: Die Kammern werden als glaubwürdige Institutionen wahrgenommen. Das liegt daran, dass wir uns auf fundierte Fachkenntnisse vieler Mitgliedsunternehmen stützen können. Deshalb meine Bitte: Kommen Sie mit Ihren Sorgen und Wünschen auf die Kammer zu, damit wir gemeinsam die Rahmenbedingungen für erfolgreiches, unternehmerisches Handeln gestalten können.

Bert Wirtz, Präsident der Industrie- und Handelskammer Aachen

Wirtschaftliche Nachrichten 07/08 2010

Dieser Kommentar ist der Juli/August-Ausgabe der Wirtschaftlichen Nachrichten entnommen, die Sie hier als Pdf-Datei (6,3 MB) herunterladen können. 

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