
Die Geschäftslage der Unternehmen ist wieder erfreulich gut. Mehr als ein Viertel
bewertet seine aktuelle Geschäftslage als gut (28 Prozent), über die Hälfte als befriedigend (54 Prozent) und nicht einmal jedes fünfte als schlecht (18 Prozent). Erstmals seit Krisenbeginn überwiegen damit die guten Lageurteile der Unternehmen wieder die schlechten – selbst bei der besonders krisengebeutelten Industrie.
Die Erwartungen der Unternehmen geben Anlass zu weiterer Zuversicht. Die Konjunkturoptimisten haben mit 33 Prozent wieder eine satte Mehrheit gegenüber den
Skeptikern mit 14 Prozent. 53 Prozent der Unternehmen rechnen im Großen und
Ganzen mit einer unveränderten Entwicklung ihrer Geschäfte.
Die Industrieerwartungen erreichen sogar ihren historisch zweitbesten Wert. Nach dem krisenbedingten
Rückschlag wachsen viele Industriebetriebe wieder zügig in ihre Kapazitäten hinein.
Auch bei den binnenorientierten Branchen Einzelhandel, Baugewerbe und personenbezogene Dienstleister steigen die Geschäftserwartungen sogar etwas überdurchschnittlich.
Die Beschäftigungspläne der Unternehmen verbessern sich erneut überraschend
deutlich. Erstmals seit zwei Jahren wollen wieder mehr Firmen Arbeitsplätze schaffen
als Beschäftigung abbauen. Selbst in der Industrie ist der Beschäftigungsrückgang
größtenteils gestoppt – in erster Linie infolge der kräftig anziehenden Exporterwartungen. In etlichen Dienstleistungsbranchen stehen die Zeichen sogar klar auf Beschäftigungszuwachs. Die Liste der Branchen mit expansiven Beschäftigungsplänen ist lang: Zeitarbeit, IT-und Informationsdienstleister, Forschung und Entwicklung, Gesundheitswirtschaft, Luftverkehr, Unternehmens-, Rechts- und Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Ingenieurbüros, Chemie, Gummi und Kunststoff, Elektrotechnik, Energiewirtschaft, Versicherungen, Leasingunternehmen, Werbewirtschaft, Beherbergungsgewerbe,Großhandel, Metallverarbeiter – und etliche mehr. Bei allem Optimismus, der bereits in vorherigen Umfragen aufgeschienen ist: Ein solch starker Anstieg der Beschäftigungspläne war im Frühjahr noch nicht erkennbar.

Das ist der Grund, warum wir bei der Beschäftigung so optimistisch sind. 3,2 Millionen Arbeitslose im Durchschnitt des Jahres 2010 bedeutet nicht nur eine Abnahme bei der Arbeitslosigkeit, sondern auch trotz der Demografie ein Aufbau der Erwerbstätigen von 100.000. Alles in allem bleibt festzuhalten, dass sich am Standort Deutschland einiges zum Guten gewendet hat: Die Unternehmen haben energisch und erfolgreich an ihrer Wettbewerbsfähigkeit gearbeitet. Die Tarifpartner haben bei der Tarifpolitik Vernunft walten lassen. Die Politik hat das mit sinnvollen Reformen unterstützt. Seit langem ist Deutschland endlich wieder der Wachstumsmotor in Europa. Es ist mittlerweile attraktiv, am Standort Deutschland zu investieren. Damit rückt aber der Fachkräftemangel erneut in den Blickpunkt. Die Schwierigkeiten für die Unternehmen, ihre Beschäftigungspläne tatsächlich zu verwirklichen, nehmen zu.